Behandlungskonzept

Das Klinikum Niederberg vereinigt alle wichtigen medizinischen Fachrichtungen unter einem Dach. Und so werden auch Patienten mit seelischen Erkrankungen in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt.  Die enge diagnostische und therapeutische Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen hat für unsere Patienten viele Vorteile. Die Wege sind kurz und insbesondere gelingt in einem Allgemeinkrankenhaus die Integration psychisch Kranker. Sie haben hier keine Sonderrolle, werden nicht ausgegrenzt oder stigmatisiert. Denn psychische Erkrankungen sind häufig und können jeden unverschuldet treffen. Ungefähr jeder Dritte erleidet mindestens einmal in seinem Leben eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Und letztlich wird unsere Bevölkerung immer älter. Immer mehr Menschen sind nicht entweder psychisch oder körperlich krank, sondern beides. Und hier bietet das Klinikum Niederberg alle Möglichkeiten einer umfassenden medizinischen Behandlung auf hohem Niveau. Dabei berücksichtigen wir in unseren Konzepten in besonderer Weise die Wechselwirkungen zwischen körperlichen und seelischen Erkrankungen. 

Medizinisches Leistungsspektrum

Es wird das gesamte Spektrum psychiatrischer Erkrankungen (wie Depressionen, Angststörungen, psychotische Störungen, psychosomatische Erkrankungen, Konfliktreaktionen etc.) nach modernen Therapiestandards gemeindenah behandelt. Ausgenommen ist die Aufnahme von psychisch kranken Rechtsbrechern (forensische Psychiatrie) und von Patienten mit isolierten Suchterkrankungen, die im Fachkrankenhaus Velbert-Langenberg behandelt werden.

Grundsätzlich fühlen wir uns insbesondere für die Menschen in Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath verantwortlich, die in seelische Notlagen geraten oder psychisch erkranken. Doch auch Patienten aus den umliegenden Städten nehmen sehr häufig unsere Hilfe in Anspruch. Pro Jahr werden 1300 Patienten vollstationär behandelt. Die durchschnittliche Liegezeit beträgt ca. 27 Tage.

Je nach aktueller Situation, Erscheinungsbild und Schwere der Erkrankung bieten wir dabei flexibel eine vollstationäre oder tagesklinische Behandlung an. Zum Teil ist auch eine ambulante Nachbehandlung möglich. 

Diagnostische Verfahren

Zu den angewandten diagnostischen Verfahren gehören

  • Gespräche
  • Körperliche Untersuchungen
  • Psychologische Testverfahren
  • Blutuntersuchungen
  • EEG (Hirnstrommessungen)
  • Computertomographie (CT) und
  • Kernspintomographie (MRT)

Therapeutische Verfahren

Im Falle einer vollstationären Behandlung kommen je nach Art und Schwere der Erkrankung folgende therapeutische Verfahren zur Anwendung

  • Psychotherapie (verhaltenstherapeutisch/tiefenpsychologisch; Gruppen/Einzel)
  • Pharmakologische Behandlung
  • Krisenintervention
  • Sozialarbeit
  • Physiotherapie (zum Beispiel Krankengymnastik, Aquafitness, Walking-Gruppe, Rückenschule, Massage, Fango)
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Bewegungstherapie
  • Arbeitstherapie (zum Beispiel Kerzen- und Holzwerkstatt, Buchbindebereich, Bürobereich)
  • Werktherapie
  • Projektgruppen
  • Sozialtraining für Senioren
  • Gedächtnistraining
  • Kontaktgruppen
  • Gestaltungsgruppen
  • Kommunikationstraining
  • Koch- und Backgruppen
  • Einkaufstraining
  • Außerklinische Belastungserprobungen bei Gemeinschaftsaktivitäten
  • Familien-, Paar- und Erziehungsberatung
  • Lichttherapie
  • Wachtherapie
  • Kunsttherapie
  • Musiktherapie
  • Psychoedukative Gruppe für Patienten mit psychotischen Erkrankungen
  • Computergestützte kognitive Therapieverfahren
  • Ernährungsberatung
  • Seelsorgerische Betreuung
  • Angehörigengruppe

Stationäre Behandlung

Es stehen vier Stationen zur Verfügung (Station 51-54). Die Station 51 ist als Akutstation konzipiert; hier erfolgt die Behandlung von Patientinnen und Patienten, die auf Grund ihrer seelischen Krankheit besonders intensive Behandlung und Schutz benötigen. Jeder Patient erhält einen individuell auf ihn abgestimmten wöchentlichen Therapieplan. Im therapeutischen Kontakt sind gegenseitiger Respekt und Vertrauen wichtige Voraussetzungen, nicht nur dafür, dass Sie sich bei uns wohlfühlen, sondern auch für unser gemeinsames Bemühen, eine Besserung Ihres Gesundheitszustandes zu erreichen. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der die individuelle Lebensgeschichte, die gegenwärtige Lebenssituation, aber auch biologische Faktoren mitberücksichtigt. Es werden mit jedem Patienten individuelle Bewältigungsstrategien entwickelt, um die Probleme des Alltags zu meistern sowie neue Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Hierbei werden - falls gewünscht - Angehörige sehr eng mit einbezogen.

Entlassung

Damit der erreichte Behandlungserfolg auch nach der Entlassung anhält, ist eine weiterführende tagesklinische oder ambulante  Therapie vorzubereiten. Angehörige haben auch nach der Entlassung weiterhin die Möglichkeit, unsere Angehörigengruppe zu besuchen