Blasentumoren

Blasentumoren sind zu über 90 % bösartig. Ihre Entstehung wird unter anderem durch den Umgang mit Farben und Lacken aber auch durch Rauchen gefördert. Erstsymptom ist meist das Auftreten von Blut im Urin. Beim Urologen wird der Blasentumor meist durch eine Blasenspiegelung festgestellt.

Etwa 80 % der bösartigen Blasentumoren wachsen oberflächlich, d.h. sie befallen nicht die Blasenmuskulatur und können dadurch endoskopisch, d.h. durch die Harnröhre ausgeschält werden (transurethrale Resektion TUR). Dieser Eingriff wird bei uns überwiegend in Teilbetäubung durchgeführt. Der stationäre Aufenthalt ist meist nur für einige Tage erforderlich. Bei ca. 20 % der Patienten ist der Blasentumor bereits tiefer in die Blasenwand eingewachsen. Dann muß häufig eine Schnittoperation durchgeführt werden, bei der die Blase komplett entfernt wird, um die Erkrankung noch heilen zu können. Wir führen die Blasenentfernung in unserer Klinik häufig durch und bemühen uns wenn möglich eine Ersatzblase aus Dünndarm zu bilden, sodass das Wasserlassen weiterhin auf normalem Weg, d.h.ohne künstlichen Blasenausgang möglich ist (Ileum- Neoblase). Wir sind eine von wenigen Kliniken in Deutschland in der auch die Neoblasenbildung bei der Frau durchgeführt wird. Auch andere Formen der Harnableitung, wie Pouch mit Nabelstoma, Sigma- Rektum-Pouch oder Ileum-Conduit gehören zu unserem operativen Repertoir.

Entzündliche Blasenerkrankungen

Akute oder chronische Entzündungen der Harnblase sind häufige Erkrankungen, die besonders bei Frauen auftreten. Wir führen in unserer Klinik eine ausführliche Diagnostik zur Abklärung der Entzündungsursache durch und behandeln anschließend sinnvoll medikamentös und physikalisch,  teilweise auch operativ.

Störungen der Speicherfunktion (Inkontinenz) und Blasenentleerung

Die Blase hat die Funktion Urin zu speichern. Ist dieser Teil der Blasenfunktion gestört entsteht meist ein unfreiwilliger Urinverlust (Harninkontinenz). Die Harninkontinenz kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Diese ermittlen wir mit Hilfe verschiedener Untersuchungen an unserem modernen Urodynamischen Meßplatz . Danach führen wir die angemessene Behandlung durch, die entweder medikamentös oder aber operativ sein kann. Bei der sog. Dranginkontinenz kommen in unserer Klinik neben der üblichen medikamentösen Behandlung spezielle Verfahren wie die EMDA-Therapie und die Botoxinfiltration der Blase zur Anwendung. Die Behandlung der Belastungsinkontinenz findet überwiegend operativ statt. Wir bieten als Kontinenzzentrum der Deutschen Kontinenzgesellschaft (GIH) von der endoskopischen Unterspritzung des Schließmuskels mit sog. Bulking agents (z. B. Macroplastic) über die Bändchenoperation (TVT, TOT), die Blasenhebung (Burch, Sakropexie) bis zur Implantation künstlicher Schließmuskel (ProAct-System, AMS 800 Sphinkter) alle etablierten Operationsverfahren an.

Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane - Bösartige Erkrankungen

Bösartige Neubildungen der Hoden kommen häufig im Alter zwischen 20 und 40 Jahren vor. Es werden 2 Hauptgruppen von Hodentumoren unterschieden. Die sogenannten Seminome und die Nichtseminome, wobei die Seminome zu den Tumoren mit der besseren Prognose zählen und die Nichtseminome den aggressiveren Neubildungen zugeordnet werden. Die Therapie der Wahl besteht in der operativen Entfernung des erkrankten Hodens. Zur Bestimmung des Erkrankungsstadiums führt die Urologische Klinik des Klinikum Niederberg die gesamte erforderliche Diagnostik inklusive aller bildgebenden Verfahren durch. Ist das endgültige Tumorstadium festgestellt bieten wir auch weiterführende Therapien wie Lymphknotenentfernung und Chemotherapie an, so dass der Patient während der gesamten erforderlichen Therapiedauer von unserem Ärzte – und Pflegeteam betreut wird.

Bei bösartigen Erkrankungen des Penis ist eine Teil- oder Komplettamputation des Penis notwendig mit ggf. sich anschließender Lymphknotenentfernung und Chemotherapie, die ebenfalls in unserer Klinik durchgeführt wird.

Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane - Nicht bösartige Erkrankungen

Die verschiedenen  gutartigen Erkrankungen des männlichen Genitales  wie Wasserbruch (Hydrozele), Samenbruch (Spermatozele) oder Hodenverdrehung werden durch schnittoperative Verfahren behandelt. Die Krampfadererkrankung des Hodens wird durch einen wenig belastenden Eingriff mittels Verödung (Sklerosierung) behandelt.

Zur Unfruchtbarkeitsabklärung des Mannes werden Hodengewebsuntersuchung beim Erwachsenen, als auch die Suche nach Bauchhoden bei Kindern durchgeführt. Des weiteren wird die Sterilisationsoperationen beim Mann durchgeführt, wie auch in ausgesuchten ,erfolgversprechenden Fällen die Rückgängigmachung einer Sterilisation angeboten.

Ebenfalls operative Verfahren werden bei der Penisverkrümmung durchgeführt (Aufrichtungs-OP nach Nesbit).

Eine häufige Erkrankung des Penis ist die Erektionsschwäche, die nach ausführlicher Untersuchung mit verschiedenen medikamentösen Maßnahmen (Viagra, Schwellkörperinjektion), oder als letzte Möglichkeit mittels Implantation einer Penisprothese behandelt werden kann.

Kleine Operationen an der Vorhaut bei Verengung (Phimose) oder verkürztem Vorhautbändchen werden, bei Kindern auf Wunsch der Eltern auch in plastischer Operationstechnik, ambulant im Klinikum Niederberg angeboten.

Im Bereich der Harnröhre finden sich häufig Verengungen, die in Folge von Infektionen, Katheterisierungen, Unfällen und nach Operationen auftreten können. Hier bietet die Urologie des Klinikum Niederberg neben dem klassischen “inneren Schlitzen“ der Harnröhre auch offene Operationsverfahren mit Transplantation von Mundschleimhaut in die Harnröhre zur dauerhaften Weitung einer Engstelle an.

Nierentumore

Das Nierenzellkarzinom ist ein bösartiger Tumor , der am häufigsten im 5. und 6. Lebensjahrzehnt auftritt . Es ist bei Männern doppelt so häufig wie bei Frauen. Krankheitszeichen wie Blut im Urin, Schmerzen und Gewichtsabnahme treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Eine Heilung bei auf die Niere beschränkten Tumoren kann einzig durch eine operative Entfernung erzielt werden. Je nach Größe und Lage wird dabei entweder nur der Tumor (Tumorenukleation bzw. Nierenteilresektion) oder aber die ganze Niere (radikale Nephrektomie) entfernt. Beide Operationsvarianten werden in unserer Klinik durchgeführt. Ab dem Herbst diesen Jahres bieten wir die Nierenentfernung bei kleineren Tumoren auch als minimal-invasive Bauchspiegelungsoperation (laparoskopische Nephrektomie) an.

Nierensteine

Nierensteine entwickeln sich aus einer gestörten Zusammensetzung des Harns oder gestörten Abflussverhältnissen des Urins aus der Niere. Ein Nierenstein kann aus ganz unterschiedlichen Substanzen (z.B. Calcium, Oxalat, Harnsäure) bestehen. Das Vorhandensein von Nierensteinen bzw. Harnleitersteinen kann sich in Form von kolikartigen Schmerzen in der Flanken- oder Bauchregion äußern. Nierensteine und Harnleitersteine können je nach Größe und Lage durch Zertrümmerung mittels elektromagnetischer Wellen von außen (ESWL) oder mit Hilfe endoskopischer Operationen durch den Harnleiter wie auch über einen kleinen Hautzugang als Nierenspiegelung entfernt werden. Sämtliche Operationen zur Steinsanierung werden in unserer Klinik regelmäßig durchgeführt. Wir bieten außerdem Beratungen zu Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme an, um so die Häufigkeit eines Steinereignisses zu reduzieren.

Nierenbeckenabgangsenge

Eine Verengung des Nierenbeckenanganges kann angeboren oder durch Erkrankungen (z.B. Entzündungen) erworben sein. Folgen dieser Enge ist ein Urinaufstau, der auf Dauer zu wiederkehrenden Entzündungen und schlussendlich zu einer Funktionsstörung der Niere führt. Die Nierenbeckenabgangsenge wird entweder per Spiegelung über den Harnleiter oder schnittoperativ beseitigt. Beide Methoden finden bei uns Verwendung.

Gutartige Prostatavergrößerung (BPH)

Die Benigne Prostata Hyperplasie genannte Erkrankung ist eine altersbedingte, gutartige Vergrößerung der Prostata, welche sich in abgeschwächtem Harnstrahl, häufigem nächtlichen Wasserlassen, verstärktem Harndrang, Nachträufeln und im Maximalfall sogar einer kompletten Harnsperre äußert.

In der Urologischen Klinik des Klinikum Niederberg werden neben der Ausschälung der Prostata durch die Harnröhre (TUR-P) als Standardeingriff , auch die neue Bipolare Resektionstechnik oder als wirksam anzusehenden Alternativmethoden zur Behandlung der BPH wie das Einsetzen einer Prostataspirale (Stent) durchgeführt. Diese Alternativmethoden empfehlen wir vor allem bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen an Herz und Lungen, da sie weniger belastend sind und zum Großteil ohne aufwendigere Narkose durchgeführt werden können.

Prostatakarzinom

Der bösartiger Prostatatumor ist der zweihäufigste Krebs des Mannes. Die Häufigkeit des Auftretens nimmt mit dem Alter zu. Das Vorliegen eines Tumors wird in der Regel im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung durch den niedergelassenen Urologen festgestellt. Dann ist häufig noch die Heilung durch eine Operation möglich. Diese besteht in der kompletten Entfernung der Prostata und der anhängenden Samenblasen. Anschließend erfolgt das Zusammenfügen von Blase und Harnröhre, so dass nach Verheilung dieser Verbindung das Wasserlassen auf „normalem“ Wege wieder möglich ist. Diese Operation wird in unserer Klinik sehr häufig durchgeführt. Wir bieten neben der weit verbreiteten Operation über einen Bauchschnitt (retropubische radikale Prostatektomie, RRP) als eine von wenigen Kliniken in Deutschland auch die Prostataentfernung als Bauchspiegelungsoperation (endoskopisch extraperitoneale radikale Prostatektomie, EERP) an. Die EERP ist ein modernes Operationsverfahren zur kompletten Entfernung der bösartig erkrankten Vorsteherdrüse (Prostata) ohne großen Bauchschnitt oder Dammschnitt. Ähnlich wie bei der in der Chirurgie bereits standardmäßig durchgeführten Gallenblasenentfernung als „Schlüssellocheingriff“, ist es inzwischen auch möglich die Vorsteherdrüse, über nur fünf winzige Hautschnitte schonend zu entfernen.

Der Vorteil für den Patienten liegt darin, dass die Schmerzen nach der Operation deutlich geringer sind als nach Schnittoperationen und dadurch der Heilungsverlauf und die Länge der stationären Behandlung verkürzt werden. Der Blutverlust ist minimal, sodass auf Blutübertragungen fast immer verzichtet werden kann. Die Sicherheit des Eingriffs entspricht bezüglich der Tumorkontrolle, nach den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, der offener Operationsverfahren. Da die Urologen das Operationsfeld auf einem Bildschirm in fünf- bis zehnfacher Vergrößerung sehen, können sie wichtige Gewebe und Nervenstrukturen besser schonen und dadurch Harninkontinenz und Impotenz besser verhindern. Ein weiterer Vorteil der seit Februar 2006 im Klinikum Niederberg durchgeführten minimal-invasiven Operationsmethode ist, dass das Bauchfell und damit der Darmraum unversehrt bleibt, wodurch Darmverletzungen und Darmverwachsungen nach der Operation praktisch nicht vorkommen. Wir erzielen bei beiden Perationsverfahren gute Ergebnisse bezüglich der Kontinenz (ca. 95 %) und bieten, wenn möglich, auch eine potenzerhaltende Nervschonung an.

Letzte Änderung: 10.02.2012

Chefarzt

Prof. Dr. med. Mark Goepel

Facharzt für Urologie, Spezielle Urologische Chirurgie, Medizinische Tumortherapie
Gesundheitsökonom (EBS)

Lebenslauf

Wissenschaftliche Vorträge

Audiobeiträge

Leitender Arzt Nephrologie

Prof. Dr. med. Michael Koch
Arzt für Innere Medizin und Nephrologie

Hypertensiologe (DHL)

 

Leitender Oberarzt Urologie

Dr. med. Andreas Gesenberg
Facharzt für Urologie und Andrologie
Leitung Urologische Laparoskopie

Spezielle Urologische Chirurgie
Medizinische Tumortherapie
Andrologie

Oberärzte

Dr. med. Cornelia Möhring
Fachärztin für Urologie
Leitung der Kinderurologie

 

Dr. med. Peter Bach
Facharzt für Urologie
Leitung Urologische Onkologie

 

Sekretariat

Gaby Melcher,
Petra Baumgart

Kontakt:
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Telefax 02051/982-1910
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Allgemein Sprechstunde, Privatpatienten, Mikrochirurgie Urologische Prothetik
Prof. Dr. med. Mark Goepel

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Nierensprechstunde
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Prof. Dr. med. Michael Koch

Dienstag 12 - 15 Uhr

Kinderurologie
Dr. med. Cornelia Möhring

Mittwoch + Donnerstag 12 - 15 Uhr

Urologische Onkologie
Prof. Dr. med. Mark Goepel

Freitag 9 - 13 Uhr

Kontinenzzentrum
Prof. Dr. med. Mark Goepel

Mittwoch 9 - 13 Uhr

Prostatazentrum
Prof. Dr. med. Mark Goepel

Donnerstag 9 - 13 Uhr

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