Laparoskopische Verfahren

In den letzten Jahren ist der Trend zu minimal invasiven Therapien in der Urologie zunehmend. Insbesondere die laparoskopischen Verfahren haben eine deutliche Aufwertung erlebt, seitdem die laparoskopische radikale Prostatektomie standardisiert  und damit zu einem erlernbaren Eingriff wurde. Die Vorteile der Laparoskopie liegen im geringen Blutverlust, im geringen postoperativen Schmerz sowie einer verkürzten Rekonvaleszenz. Sie sind in allen onkologischen Kriterien den offenen OP-Verfahren ebenbürtig.

Laparoskopische Operationen finden immer mehr Eingang in das operative Spektrum unseres Fachgebietes. So wird die laparoskopische Tumornephrektomie nach den neuen EAU-Guidelines als 2. Standardtherapie neben der offenen OP für Nierenzellkarzinome T1-2 diskutiert. Außerdem haben sich laparoskopisch die Nephrektomie von Schrumpfnieren, die Nierenzystenmarsupialisation, die Nephropexie und die Adrenalektomie als Standard alternativ zum offenen operativen Vorgehen etablieren können. Seit Beginn des Jahres 2006 werden alle diese urologischen OP-Verfahren am Klinikum Niederberg angeboten. Herr Oberarzt Dr. Andreas Gesenberg, der seit Februar 2006 unser Team verstärkt, verfügt über eine etwa 10-jährige Erfahrung in der urologischen Laparoskopie und führt u.a. die endoskopische extraperitoneale radikale Prostatektomie (EERP) n. Stolzenburg seit Ende 2003 durch. In Zukunft werden sich die laparoskopischen Operationstechniken zu einem weiteren Schwerpunkt der Urologischen Klinik entwickeln.

Endoskopische extraperitoneale radikale Prostatektomie (EERP) n. Stolzenburg

Mit der Standardisierung der laparoskopisch transperitonealen Prostatektomie 1999 durch Guillonneau und Vallancien verbreiteten sich die laparoskopischen Operationsverfahren schnell auch in der Urologie. In vielen Studien sind die onkologische Sicherheit und die guten Ergebnisse der laparoskopischen OP-Technik hinsichtlich der Kontinenz und Potenz bei der Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms dokumentiert. Offene und laparoskopische Verfahren sind bei dieser Indikation als gleichwertig anzusehen 2002 stellte Stolzenburg aus Leipzig erstmals die endoskopische extraperitoneale Vorgehensweise vor, die inzwischen die transperitoneale Technik weitgehend verdrängt hat. Die EERP wird auch in unserer Klinik durchgeführt.

Die Vorteile des laparoskopischen Vorgehens sind für den Patienten der geringe Schmerz, der geringe Blutverlust, die schnelle Mobilisation und die kürzere Rekonvaleszenz. Vorteile der extraperitonealen Technik gegenüber dem transperitonealen laparoskopischen Vorgehen sind fehlendes Risiko von Darmverletzungen, weniger Probleme bei Urinextravasation und Vorteile bei adipösen Patienten.

Ist der DaVinci-Roboter bei der Laparoskopie für den Patienten von Vorteil ?

Im Fach Urologie wird heute in immer mehr Kliniken die Entfernung der bösartig veränderten Prostata laparoskopisch, also mittels Bauchspiegelung ( EERP ), durchgeführt. Auch bei uns in Velbert führen wir diese Operationsmethode seit über zwei Jahren erfolgreich durch. Für die EERP ist bewiesen, dass sie genauso sicher und effektiv ist wie die offene Operation per Schnitt, aber für den Patienten einige Vorteile bietet, wie geringerer Blutverlust, weniger Schmerzen und schnellere Erholung nach der Operation.

In den letzten Monaten gibt es in der Presse immer wieder Meldungen über den Einsatz des Operationsroboters Da Vinci bei dieser Operation. Hierbei sitzt der Operateur abseits vom OP-Tisch an einer Konsole und bedient per Fernsteuerung die Arme des Operationsroboters und damit indirekt die laparoskopischen Instrumente, die zuvor in einer 60 minütigen Vorbereitung in den Patienten eingesetzt werden müssen.

Der Eingriff mit dem Roboter spart im Vergleich zur normalen Laparoskopie aber keine Operationszeit, da das Auf- und Abbauen des Da Vinci an den Patienten mehr als eine Stunde beansprucht. Die bisherigen wissenschaftlichen Daten zeigen weltweit keinerlei Vorteil für den Patienten, sondern lediglich eine Arbeitserleichterung für den Operateur.

Ergebnisse im Hinblick auf die Sicherheit der Tumorentfernung, den Blutverlust oder die Kontinenz- und Impotenzraten sind im Vergleich zur EERP identisch. Ein Vorteil der Methode für den Patienten konnte also bisher nicht nachgewiesen werden.

Die Anschaffung eines DaVinci-Roboters kostet ca. 1,6 Mio. Euro. Die jährlichen Wartungskosten betragen ca. 150.000 Euro und der Verbrauch von Einmal-Operationsinstrumenten erfordert ca. 1.500 Euro pro Operation. Das ist der Grund warum in vielen Kliniken, die einen Op-Roboter betreiben, der Patient für seinen Eingriff etwa 3000.-Euro selbst zahlen muss, den die Krankenkasse nicht ersetzt.

Da wir mit der EERP ein gutes, modernes und für den Patienten sicheres und schonendes Operationsverfahren anbieten, für den Robotereinsatz bisher aber keine Verbesserung des Operationsergebnisses und damit auch kein Vorteil für den Patienten bewiesen werden konnte, haben wir uns zur Zeit gegen die Anschaffung eines DaVinci entschieden. Eine Eigenbeteiligung der Patienten ohne einen nachgewiesenen Nutzen halten wir nicht für gerechtfertigt.

Literatur:

Martinez-Salamanca, Romero Otero
Critical comparative analysis between open, laparoscopic and robotic radikal prostatectomy : perioperative morbidity and oncological result
Arch Esp Urol. 2007 Sep;60(7) : 755-65
Romero Otero, Martinez-Salamanca
Critical comparative analysis between open, laparoscopic and robotic radikal prostatectomy : urinary continence and sexual function
Arch Esp Urol. 2007 Sep;60(7) : 767-76
Herrmann, Rabenalt, Stolzenburg, Liatsikos, Imkamp Tezval, Gross, Jonas, Burchard
Oncological and functional results of open, robot-assisted and laparoscopic radical prostatectomy : does surgical approach and surgical experience matter?
World J Urol. 2007 Apr;25(2) : 149-60
 Rassweiler, Hruza, Teber, Su
Laparoscopic and robotic assisted radical prostatectomy—critical analysis of the results.
Eur Urol. 2006 Apr;49(4) : 612-24
Lotan, Cadeddu, Gettman
The new economics of radical prostatectomy : cost comparison of open, laparoscopic and robot-assisted techniques.
J Urol. 2004 Oct; 172 (4 Pt 1) : 1431-5

Laparoskopische Tumornephrektomie

Nachdem durch Studien bewiesen werden konnte, dass die  Tumorzellaussaat bei der Laparoskopie nicht höher war als bei der offenen Operation von Nierentumoren, fand die laparoskopische Tumornephrektomie seit Mitte der 90 er Jahre rasche Verbreitung. Sie wird in den aktuellen Leitlinien zur Therapie des Nierenzellkarzinomsms T1-2 als gleichwertige Alternative zur offenen OP empfohlen. Wir bieten diese Methode an, wenn die Niere nicht erhalten werden soll. Bei organerhaltendem Vorgehen wird bei diesem Tumorstadium weiterhin offen operiert.

Die Ergebnisse der laparoskopischen Tumornephrektomie  entsprechen denen der offenen Nephrektomie bei geringerer Morbidität.

Die Vorteile für den Patienten bestehen neben dem geringeren Analgetikaverbrauch und der verkürzten Rekonvaleszenz in einer verringerten Kompromittierung des Immunsystems und dem Wegfall der für die offene Operation typischen katabolen Stoffwechsellage, da praktisch keine Muskulatur zerstört wird. Das Organ wird über eine minimale Inzision in der Mittellinie oberhalb des Nabels in toto geborgen.

Standardisierte Trokarpositionierung für Eingriffe an der Niere.
Letzte Änderung: 10.02.2012

Chefarzt

Prof. Dr. med. Mark Goepel

Facharzt für Urologie, Spezielle Urologische Chirurgie, Medizinische Tumortherapie
Gesundheitsökonom (EBS)

Lebenslauf

Wissenschaftliche Vorträge

Audiobeiträge

Leitender Arzt Nephrologie

Prof. Dr. med. Michael Koch
Arzt für Innere Medizin und Nephrologie

Hypertensiologe (DHL)

 

Leitender Oberarzt Urologie

Dr. med. Andreas Gesenberg
Facharzt für Urologie und Andrologie
Leitung Urologische Laparoskopie

Spezielle Urologische Chirurgie
Medizinische Tumortherapie
Andrologie

Oberärzte

Dr. med. Cornelia Möhring
Fachärztin für Urologie
Leitung der Kinderurologie

 

Dr. med. Peter Bach
Facharzt für Urologie
Leitung Urologische Onkologie

 

Sekretariat

Gaby Melcher,
Petra Baumgart

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Telefax 02051/982-1910
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Allgemein Sprechstunde, Privatpatienten, Mikrochirurgie Urologische Prothetik
Prof. Dr. med. Mark Goepel

Montag 12 - 15 Uhr

Nierensprechstunde
Prof. Dr. med. Mark Goepel

Prof. Dr. med. Michael Koch

Dienstag 12 - 15 Uhr

Kinderurologie
Dr. med. Cornelia Möhring

Mittwoch + Donnerstag 12 - 15 Uhr

Urologische Onkologie
Prof. Dr. med. Mark Goepel

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Prof. Dr. med. Mark Goepel

Mittwoch 9 - 13 Uhr

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Prof. Dr. med. Mark Goepel

Donnerstag 9 - 13 Uhr

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