Ein Neuanfang für den Neuanfang
„Wir wollen den Menschen zeigen, dass man damit gut leben kann,“ begrüßte Gerhard Siegel, Regionalsprecher des deutschen ILCO Bundesverbandes, die rund 40 Anwesenden bei dem ersten Treffen der Selbsthilfegruppe für Darmkrebs- und Stomapatienten im Klinikum Niederberg. Die Betroffenen und Interessierten hatten sich vergangenen Freitag zusammen gefunden, um sich über die Arbeit der Selbsthilfegruppe, die Kooperation mit dem Klinikum Niederberg und die Räumlichkeiten zu informieren.
Im Rahmen der Zertifizierung des Darmzentrums im Klinikum Niederberg wird sich die Selbsthilfegruppe künftig jeden dritten Freitag im Monat im Selbsthilfegruppenraum auf der zweiten Etage des Hauses um 16 Uhr treffen. Die Gruppe für den Velberter Raum wurde vor über 30 Jahren gegründet und startet einen Neuanfang, indem sie ihre Treffen ins Klinikum verlegt. Siegel erklärt die Gründe: „wir haben einen Besucherdienst eingerichtet, damit die Patienten besser betreut werden können. Durch die Kooperation mit dem Klinikum können die Patienten sofort über die Gruppe informiert werden und sich in einer für sie gewohnten Umgebung treffen.“
Dr. Devid Tusek, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, weiß, wie wichtig eine Früherkennung und Therapie für die Lebensqualität der Betroffenen ist. „Das schönste Stoma ist das, was man nicht braucht“, erklärt er den Anwesenden, “aber wenn man schon eins braucht, dann müssen wir dafür sorgen, dass Sie dadurch Ihre Lebensqualität zurück erlangen“. Im Darmzentrum des Klinikum Niederberg werden Darmkrebspatienten deshalb umfassend betreut. Dr. Tusek, Dr. Fritz Köstermann, Chefarzt der Klinik II für Innere Medizin, Gastroenterologie & Palliativmedizin, Psychoonkologin Gabi Groß und Schwester Marion Schöneberger (Stomatherapie) kümmern sich um die individuellen Belange der Darmkrebspatienten. Bei Bedarf stehen sie in den Selbsthilfegruppentreffen für Fragen zur Verfügung.
100.000 Menschen in Deutschland leben mit einem Stoma (künstlicher Darmausgang oder künstliche Harnableitung) und können damit die Freuden des Alltags, wie beispielsweise schwimmen, wandern oder skifahren, genießen. Gabi Groß weiß deshalb: „ein Stoma ist nicht der Weltuntergang, sondern ein Neuanfang“. Hilfe und Unterstützung bekommen die Betroffenen von den Ärzten im Darmzentrum des Klinikum Niederberg und der Selbsthilfegruppe der ILCO.
Die deutsche ILCO ist eine Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs und wurde vor fast 40 Jahren gegründet. Heute hat sie deutschlandweit fast 8.000 Mitglieder und ist in Deutschland somit die größte Selbsthilfevereinigung im Krebsbereich.



