Gründung Klinik III für Innere Medizin – Altersmedizin

08.12.2011
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Neue Hoffnung für „alte“ Leiden wird es künftig im Klinikum Niederberg geben.

Die demografische Entwicklung und der fortschreitende Strukturwandel verändern unsere Gesellschaft spürbar. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren Ende 2009 von den rund 81,8 Millionen Einwohnern in Deutschland 16,9 Millionen 65 Jahre und älter. Seit 1990 stieg die Zahl der älteren Menschen bundesweit um rund 42% (plus fünf Millionen Personen). Allein im Kreis Mettmann sind von insgesamt 494.500 Menschen rund 64.500 Menschen im Alter von 65 bis unter 75 Jahren und rund 49.000 Menschen im Alter von 80 Jahren und älter (Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW). Nach Aufzeichnungen im Klinikum Niederberg sind bereits knapp ein Drittel aller innerhalb diesen Jahres behandelten Patienten 70 Jahre und älter. Auf Grund der zu erwartenden weiteren Altersentwicklung  und der Entwicklung der Bevölkerungszahlen in der Region wird die Notwendigkeit eine Fachabteilung für Altersmedizin zu etablieren unumgänglich.

Die Geschäftsführung am Klinikum Niederberg hat sich nun entschieden dieser naturgegebenen Entwicklung Rechnung zu tragen und wird eine „Klinik III für Innere Medizin – Altersmedizin“ gründen. „Als kommunale Einrichtung sind wir in der Verantwortung den umliegenden Gemeinden wohnortnah eine Abteilung für Altersmedizin anzubieten. Die Klinik für Altersmedizin soll das Angebot der medizinischen Kliniken erweitern. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit der Fachabteilung Altersmedizin mit den bestehenden medizinischen Disziplinen erfolgen“, kündigt Christian Engler (Geschäftsführer Klinikum Niederberg) an.

Beginnend mit einem Screening in der neuen Interdisziplinären Notaufnahme werden insbesondere die Fachabteilungen Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie und Angiologie sowie die Fachabteilung Orthopädie und Unfallchirurgie, als auch die Fachabteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie für eine umfassende Behandlung und Betreuung der Patienten mit der neuen Fachabteilung vernetzt.  Durch Synergien mit der bestehenden Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wird auch die Gerontopsychiatrische Versorgung im Klinikum sichergestellt. Zudem können geriatrische Patienten dann auch frührehabilitativ versorgt werden. „Das ganzheitliche, gesundheitsorientierte und interdisziplinäre Denken und Handeln entspricht dem Leitsatz des Klinikum Niederberg“, ergänzt Dr. Astrid Gesang (Geschäftsführerin Klinikum Niederberg).

Dr. Alexander Klink, der künftige Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III – Altersmedizin, erläutert: „Vier Punkte definieren die Altersmedizin in unserem Haus. Der Patient ist in der Regel älter als 70 Jahre alt. Die zugrundeliegenden Erkrankungen sind häufig komplexer Natur und führen zu Einschränkungen der körperlichen und/oder geistigen Fähigkeiten. Die Behandlung erfolgt immer multiprofessionell. Zurzeit wird ein Konzept entwickelt, dass neben der Behandlung akut erkrankter älterer Menschen auch die aktuellen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Altersmedizin berücksichtigen. Neben einer akuten Störung, die zur Krankenhauseinweisung führt, leiden viele alte Menschen an mehreren weiteren Erkrankungen und häufig auch an chronischen Einschränkungen oder Einbußen an Fähigkeiten unterschiedlicher Ausprägung".

Der alte Mensch kommt mit klassischer Medizin zu kurz. Altersmedizin ist keine Standardmedizin, da oft multiple Gesundheitsstörungen vorliegen. Zur Akutmedizin unter Berücksichtigung des alten Menschen muss vom ersten Tag an die frührehabilitative Medizin zählen. Nebendiagnosen werden häufig zur Hauptdiagnosen.

„Viele Menschen sind im hohen Alter von mehreren Erkrankungen gleichzeitig betroffen und können Aktivitäten des täglichen Lebens nur noch eingeschränkt durchführen. Um zu verhindern, dass diese Einschränkungen im täglichen Leben für die Betroffenen und ihre Angehörigen durch einen Krankenhausaufenthalt noch weiter zunehmen, kümmert sich in der künftigen Klinik für Innere Medizin III Altersmedizin vom ersten Behandlungstag an ein kompetentes Team aus verschiedenen Bereichen um den Erhalt und die Förderung der Funktionen und Fähigkeiten der Erkrankten. Dabei orientiert sich der Schwerpunkt der Therapie immer an den individuellen Bedürfnissen der geriatrischen Patienten“, veranschaulicht Dr. Astrid Gesang. Die Behandlung wird durch ein interprofessionelles therapeutisches Team aus Physio- und Ergotherapie, Sprach- und Schlucktherapie, Krankenpflege, Seelsorge, Sozialdienst und Ärzten, die sich an den vorhandenen und förderbaren Ressourcen orientieren, ausgeführt. Auf diese Weise soll der Patient in  die Lage versetzte werden sich wieder selber zu versorgen.

„Das Wohlergehen in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht ist für den Patienten und unser künftiges Team von besonderer Bedeutung“, so Klink.

Dr. Alexander Klink (49 Jahre) ist seit dem 01. November 2011 im Klinikum Niederberg tätig und der künftiger Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III – Altersmedizin. Geboren in Stuttgart absolvierte er sein Medizinstudium in Heidelberg. Er approbierte 1992 und legte 1998 den Facharzt für Innere Medizin ab. Ebenfalls 1998 folgte die Ernennung zum Oberarzt und Chefarztvertreter der Geriatrie im Malteser Krankenhaus / Johannesstift Duisburg. Seine Anerkennung der fakultativen Weiterbildung „Klinische Geriatrie“ folgte 2003.


Von: Marketing & Kommunikation | Ulrike Müller

Letzte Änderung: 31.10.2011