Operationen bei Brustkrebs
Operationen bei Brustkrebs
In der Klinik für Frauenheilkunde kommen bei der so genannten Mamma-Operationen sämtliche moderne Operationstechniken und –verfahren bei Brustkrebs und bei plastischen Brustoperationen zur Anwendung.
Die Diagnose Brustkrebs versetzt Sie als betroffene Patienten in eine auch psychisch belastende Situation, nehmen Sie diese Situation doch als lebensbedrohlich wahr. Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass sich die Prognose für Frauen mit Brustkrebs in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat.
Wurde durch Mammographie, Sonographie und Gewebsproben die Diagnose Brustkrebs gestellt, gilt es, die passende operative Therapie auszuwählen. In diesem Zusammenhang ist es für jeden Operateur von Bedeutung, eine mündige und gut informierte Patientin als Partner für diese Entscheidung zu haben. Ein sehr umfangreiches Aufklärungsgespräch soll Sie in die Lage versetzen, für sich und für diese neue Lebenssituation die richtige und auf Ihre individuellen Bedürfnisse angepasste Operationsmethode auszuwählen.
Die nachfolgende Darstellung der Operationsmöglichkeiten bei Brustkrebs erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; sie ist vielmehr dazu bestimmt, Ihnen einen ersten Einblick zu geben. Sollten Sie Fragen zu diesem Themenkomplex haben, wenden Sie sich gerne an unsere Klinik.
Onkologische Brustchirurgie – Mammakarzinom
Brusterhaltenden Operation (BET-Segmentresektion)
Oberste Priorität bei einer Brustkrebsoperation hat die vollständige Entfernung des Karzinoms. Wann immer möglich, erfolgt dies brusterhaltend, im Sinne einer so genannten Segmentresektion. Dies wird in rund 60 Prozent aller Fälle erreicht. Zur Anwendung kommt zu diesem Zweck ein breites Spektrum an Operationsmöglichkeiten, je nach Größe und Lage des Karzinoms.
Anhand der Grafiken 1-3 und 4-6 lässt sich das einfache Prinzip einer so genannten onkoplastischen Verschiebelappenplastik (zuvor gar nicht erwähnt) nachvollziehbar veranschaulichen. Der Defektausgleich erfolgt durch das Einschwenken von Brustgewebe aus den Randbereichen, um auf diese Weise ein harmonisches Brustbild wieder herzustellen.
Die Grafiken 7-14 vermitteln erneut, wie individuell die Operationstechnik nach den jeweiligen Erfordernissen auswählbar ist.
Alle hier aufgeführten Operationstechniken weisen die Gemeinsamkeit auf, dass mit ihnen die Mamille, also die Brustwarze, erhalten werden kann. Sollte das Karzinom jedoch direkt unter der Brustwarze sitzen, ist der Mamillenerhalt mit der kompletten Entfernung des Karzinoms nicht möglich. Durch die modifizierte B-Plastik, deren Prinzip die Abbildungen 15-19 verdeutlichen, lassen sich hiermit in kosmetischer Hinsicht sehr gute Ergebnisse erzielen. Eine weitere Optimierung des kosmetischen Ergebnisses kann im Anschluss an die Operation die Mamille auf den zentralen Hautteil tätowiert werden.
Operationstechnik der Brustamputation (Ablatio)
Es treten jedoch auch Brustbefunde auf, bei denen eine Brusterhaltung nicht realisierbar ist; hier ist die Amputation der Brust unumgänglich. Dies ist beispielsweise der Fall bei sehr großen Tumoren oder mehreren Tumorabsiedlungen in der Brust, aber auch beim Auftreten spezieller Tumorformen. Besteht eine Kontraindikation zur Nachbestrahlung der Brust, ist ebenfalls die Indikation zur Brustamputation zu stellen.
Die Abbildungen 20-24 stellen die Technik der an unserer Klinik angewandten modifizierten Mastektomie (Brustamputation) dar. Bei dieser Methode werden die Brustwarze, ein Anteil der Brusthaut sowie das gesamte Brustdrüsengewebe mit Fett und Bindegewebe entfernt.
Brustwiederaufbau – Skinexpander, Onkoplastische Korrektur, Latissimus-Verschiebelappen-Plastik
Es liegt in der freien Entscheidung jeder einzelnen Patientin, in der gleichen Operation einen Brustwiederaufbau anzustreben.
Bei einer kleinen Brust lässt sich die so genannte Brustrekonstruktion unter bestimmten günstigen Voraussetzungen mit körpereigenem Gewebe durchführen. Die Rekonstruktion mit einem so genannten Latissimus-dorsi-Lappen wird in den Abbildungen s.o. veranschaulicht.
Kommt es zu größeren Volumenverlusten, wird zum Expandieren der Haut ein Skinexpander (Hautdehner) unter den Brustmuskel eingelegt. Dieser Skinexpander wird schrittweise mit Wasser gefüllt, bis das Brustvolumen der gesunden Seite erreicht ist und somit eine Symmetrie wieder hergestellt ist. In einem zweiten Operationsschritt wird der Skinexpander durch die endgültige Silikonprothese ersetzt. Zur Abrundung des kosmetischen Ergebnisses kann auf Wunsch der Patientin eine Tätowierung der Mamilla erfolgen.
Wächterlymphknoten (Sentinel-node)
Da die in der Achselhöhle befindlichen Lymphknoten eine der ersten Filterstationen für ausgeschwemmte Brustkrebszellen darstellen, lässt deren Beurteilung einen Rückschluss auf die jeweilige Krankheitsausdehnung zu. Bei der Erstellung eines individuellen Risikoprofils kommt dem Lymphknotenstatus ein sehr hoher Stellenwert zu. Da die Entfernung der Lymphknoten aber mit erheblichen Nebenwirkungen, wie Lymphödem, Taubheitsgefühl, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen im Schulterarmbereich, verbunden ist und zudem in rund 50 bis 60 % aller Fälle die Lymphknoten der Patientin nicht befallen sind, sollte die Technik des Wächterlymphknotens Anwendung finden; s. Abbildungen 32 und 33.
Diese Technik kann angewandt werden, wenn sich bei der primären Diagnostik keine auffälligen Lymphknoten zeigen. Für Sie als Patientin muss in einem individuellen Gespräch abgeklärt werden, ob diese oder eine andere Technik zur Anwendung kommen soll.
Bei der so genannten peritumoralen Injektion (Injektion rund um den Tumor) wird der Lymphknoten, der als erste Filterstation für dieses Brustgewebe zuständig ist, mit einer radioaktiven Substanz, dem Technetium, angereichert. Mittels einer Gammasonde (einer Messsonde von der Größe eines Füllfederhalters) kann dieser Lymphknoten kenntlich gemacht werden. Dem Operateur ist es möglich, den Lymphknoten nach Anlegen eines kleinen Schnittes zu entfernen. Ist der Lymphknoten bei der nachfolgenden feingeweblichen Untersuchung tumorfrei, kann auf eine weitere Lymphknotenentfernung und die daraus resultierende Traumatisierung der Axilla verzichtet werden. Sollte der Lymphknoten hingegen tumorbefallen sein, muss die Lymphknotenentfernung im Bereich der Axilla komplett erfolgen.
Unabhängig von der Operationsmethode gilt aber eines: Nur wenn Sie aktiv und selbstbewusst an allen Entscheidungen mitwirken, die im Zusammenhang mit dem Erkennen Ihrer Krankheit und deren Behandlung stehen, können Sie Einfluss nehmen auf Ihr Leben und das Überleben mit Brustkrebs.
Chefarzt

Dr. med. Gerd Degoutrie
Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Fachkunde:
Perinatalmedizin und Geburtshilfe
Gynäkologische Onkologie
Perinataldiagnostik DEGUM Stufe II
Erst-Trimester-Screening FMF
Mammadiagnostik DEGUM Stufe II
Sekretariat:
Anita Herx-Degoutrie
Heidemarie Potzler
Telefon 02051 982-1701
gynaekologie@klinikum-niederberg.de
Oberärzte

Stefan Ganz
Oberarzt mit Schwerpunkt Gynäkologie

Olga Hluskina
Funktionsoberärztin für
das Brustzentrum

Gabriele van Aalst
Funktionsoberärztin für die Geburtshilfe

Dr. Irina Wagner
Funktionsoberärztin
Sekretariat Ambulanz
Marion Hildebrandt
Telefon 02051 982-1714
Sabine Scharamowitz
Telefon 02051 982-1702
Stationen
Geburtshilfliche Station 34
3. Etage
Frauenklinik Station 44
4. Etage
Kreißsaal
3. Etage
