Fremdblutsparende Maßnahmen bei operativen Eingriffen
Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,
die Transfusion von Spenderblut oder Blutprodukten ist - wie allgemein bekannt - mit einem (wenn auch sehr kleinem) Infektionsrisiko verbunden.
Begriffe wie „Blutkonserven“, „Infektionsgefahr“, „Hepatitis“, „AIDS“ sind in aller Munde.
Bei den Vorgesprächen mit unseren Patienten werden wir als Narkoseärzte daher oft auf Möglichkeiten angesprochen, die die Gabe von Spenderblut oder Blutprodukten auch bei großen Operationen vermeidbar machen.
Hier deshalb einige Informationen über Maßnahmen, die bei uns im Klinikum Niederberg zur Anwendung kommen, um das Ausmaß an Fremdblut und Blutprodukten so gering wie möglich zu halten.
Generell möchten wir vorausschicken, dass bei nahezu jedem Patienten ein gewisser Blutverlust tolerabel ist, da es körpereigene Ausgleichsvorgängen gibt.
Diesen Spielraum nutzen wir selbstverständlich aus, um unseren Patienten die Gabe von Fremdblut zu ersparen.
Sollten wir vorhersehen können, dass der auftretende Blutverlust ohne Gegenmaßnahmen das tolerable Maß eventuell übersteigen wird, machen wir uns mit Ihnen Gedanken, ob eine der folgenden Gegenmaßnahmen für Sie in Betracht kommt:
Hämodilution ( = „Blutverdünnung“)
Bei ausreichendem Hämoglobingehalt (Gehalt an Blutfarbstoff im Blut, Träger des Sauerstoffes im Blut) kann direkt vor Beginn der Operation ein geringer Teil des Blutes entnommen werden. Dieses wird entsprechend aufbewahrt und das fehlende Volumen durch Flüssigkeit ersetzt.
Kommt es dann zu Blutverlusten, geht „verdünntes“, weniger Blutfarbstoff enthaltendes Blut verloren.
Am Ende der Operation kann dann das vorher entnommene, vollwertige Blut zurückgegeben werden und man erreicht damit einen geringeren Verlust von Blutfarbstoff.
Stärkere Blutungen können durch dieses Verfahren jedoch nicht ausgeglichen werden.
Eigenblutspende
Ist bei der geplanten Operation eine stärkere Blutung zu erwarten, kann eine Eigenblutspende in Betracht gezogen werden. Dieses ist nur sinnvoll, wenn die Operation noch einige Tage bis Wochen Aufschub duldet. Nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt und gerne auch mit uns nehmen Sie Verbindung mit einer Blutbank, z.B. dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes in Breitscheid, auf.
Einige Tage bis Wochen vor dem geplanten Eingriff spenden Sie dann Blut, das bei der Blutbank aufgearbeitet, konserviert und bis zum Operationstermin gelagert wird.
In der Zwischenzeit wird das von Ihnen gespendete Blutvolumen vom Knochenmark nachgebildet.
Je nach Umfang des Eingriffs und nach Größe des Blutverlustes kann so eventuell auf Fremdblut verzichtet werden.
Autotransfusionsgerät
Mit Hilfe dieses Gerätes, das bei uns häufig im Einsatz ist, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die verlorengegangenen roten Blutkörperchen aus dem Operationsgebiet abzusaugen, aufzufangen, zu reinigen und in den Kreislauf zurück zugeben.
Bitte fragen Sie uns, ob dieses Verfahren in Ihrem Falle in Betracht kommt.
Transfusion von Blut oder Blutprodukten
Sollte es trotz allem nötig sein, größere Blutverluste durch fremdes Blut oder Blutpräparate zu ersetzen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass alle von uns eingesetzten Produkt nach dem neuesten Stand der Transfusionsmedizin kontrolliert und überwacht werden, um das Risiko für Sie als Empfänger so gering wie möglich zu halten.
Über alle Sie interessierenden Details zu diesem Thema wird sich Ihr Narkosearzt vor der Operation mit Ihnen unterhalten.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Engagement. Auch wir sind froh über jede Blutkonserve, die nicht gegeben werden muss.
Chefarzt

Dr. med. Christian Löhlein
Facharzt für Anästhesie und operative Intensivtherapie
Kontakt:
Sekretariat: Iris Hoffmann
Telefon: 02051 982-2801
Telefax: 02051 982-2825
anaesthesie@klinikum-Niederberg.de
Sprechzeiten:
Für ein persönliches Gespräch verabreden Sie bitte einen Termin in unserem Sekretariat.
Leitender Oberarzt

Peter Scharmann
Facharzt für Anästhesie
Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin
Transplantations-beauftragter
Transfusionsbeauftragter
Oberärzte

Markus Funk
Facharzt für Anästhesie
Spezielle Schmerztherapie
Palliativmedizin

Dr. med. Michael Gerlach
Facharzt für Anästhesie
Spezielle Schmerztherapie
Palliativmedizin

Dr. med. Claudia Haltern
Fachärztin für Anästhesie

