Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Curriculum für das Wahlfach Psychiatrie

Leitung: PD Dr. med. U. Meinke

 

Die Klinik übernimmt die regionale Pflichtversorgung der Städte Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath (ca. 140.000 Einwohner). Es handelt sich um eine Abteilungspsychiatrie an einem großen Allgemeinkrankenhaus mit über 500 Betten, wobei alle bedeutsamen medizinischen Disziplinen im Klinikum Niederberg vereint sind. Sie ist als Weiterbildungsstätte zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie anerkannt. Die Psychiatrische Abteilung befindet sich in der 5. Etage des Klinikums als integrierter Bestandteil und besteht aus 4 Stationen, von denen drei mit jeweils ca. 25 Betten offen und eine Station mit ca. 16 Betten geschlossen geführt werden. Auf den Stationen mischen sich die Krankheitsbilder, sodass PJ-Studentinnen und -Studenten alle psychiatrisch-psychotherapeutisch relevanten Störungsbilder kennen lernen. Die Tagesklinik befindet sich außerhalb des Klinikums in Heiligenhaus, Südring 161, in den Räumen einer Stadtvilla. Zudem verfügt die Abteilung über eine Institutsambulanz.

 

Ausbildung von PJ-Studentinnen und -Studenten in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Niederberg

In der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie werden Menschen mit verschiedenen seelischen Leiden und Problemen behandelt. Dazu dient das breite Therapieangebot, das sich nach den heutigen Kenntnissen der Psychiatrie und Psychotherapie richtet. Unter Behandlung verstehen wir ein gemeinsames Bemühen um die Besserung des Gesundheitszustandes.

Die Krankheitsbilder umfassen das gesamte Spektrum psychischer Störungen: Depressionen, psychotische Störungen, psychosomatische Erkrankungen, Konfliktreaktionen, Anpassungsstörungen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen etc.

An psychotherapeutischen Verfahren kommt insbesondere die Einzelpsychotherapie mit unterschiedlichen Ansätzen (supportiv stützend, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, kognitive Verhaltenstherapie) zur Anwendung. Zudem besteht das Angebot themen- und konfliktzentrierter Gesprächsgruppen. Bei psychotischen Störungen verfügt die Klinik über computergestützte kognitive Therapieverfahren (Cog-Pack) oder auch psychologische Therapieprogramme (IPT). Neben pharmakologischen Ansätzen kommen auch lichttherapeutische und andere biologische Verfahren, wie z. B. die Wachtherapie bei depressiven Erkrankungen zur Anwendung. In Folge der Nähe zu den somatischen Kliniken werden viele Patienten mit psychosomatischen oder somato-psychischen Störungen behandelt. Neben traditioneller psychopathologischer Diagnostik kommen psychometrische Testverfahren zur Anwendung, auch spezielle testpsychologische Untersuchungen. Bei der diagnostischen Klärung steht ein EEG, ein CCT und eine Magnetresonanztomographie zur Verfügung.

Der ergotherapeutische Bereich nimmt eine große Bedeutung ein, insbesondere der der Arbeitstherapie (Industrie- und Montagebereich, Kerzenwerkstatt, Holzwerkstatt, Buchbindebereich, Bürobereich). Zudem werden spezielle Projektgruppen durchgeführt, Sozialtraining für Senioren, Gedächtnistraining, Kontaktgruppen, Gestaltungsgruppen, Kommunikationstraining, Koch- und Backgruppen, außerklinische Belastungserprobungen bei Gemeinschaftsaktivitäten, etc.

Das Team der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen steht dem Patienten zur Verfügung zur Sozialberatung, zu Koordinationsaufgaben, zur Vermittlung und Beratung, Klärung finanzieller Situationen, Beratung bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und Arbeitssuche etc.

Die Kunsttherapie erfolgt in Zusammenarbeit mit Unart e. V. in Essen 1 x wöchentlich. Zudem ergänzen musiktherapeutische Ansätze und eine seelsorgerische Betreuung im Klinikum Niederberg, wie auch eine regelmäßig stattfindende Angehörigengruppen das Angebot. Unsere große physiotherapeutische Abteilung unterstützt uns mit verschiedenen Angeboten (Aquafitness, Frühsport, Walkinggruppe, Rückenschule, Massagen, spezielle Krankengymnastik etc.), die körperliche Erlebnisfähigkeit, insbesondere schizophren erkrankter und depressiver Patienten zu stärken.

Donnerstags erfolgt eine hauseigene Fortbildung mit sozialpsychiatrischen, psychopharmakologischen, forensischen, neurologischen und psychopathologischen Themen oder es steht eine Fallvorstellung unter klinisch psychopathologischen Gesichtspunkten auf dem Programm. Bisweilen finden Hospitationen statt, um die Vernetzung zu fördern. Ergänzt wird das Fortbildungsangebot durch abendliche Veranstaltungen, zu denen auswärtige Referenten eingeladen werden. PJ-Studenten nehmen an der täglichen klinischen Frühkonferenz teil, wie auch an den täglichen Teamübergaben auf der jeweiligen Station. Sie haben Gelegenheit, Einblick in unsere ergotherapeutischen, soziotherapeutischen, physiotherapeutischen, musiktherapeutischen und kunsttherapeutischen Angebote zu gewinnen, können an der einmal monatlichen Röntgenbesprechung teilnehmen.

Als PJ-Student erhält man die Gelegenheit, eigenverantwortlich, aber unter Supervisionen von approbierten Ärzten, direkt auf Station mit dem Patienten arbeiten zu können. Sie werden gut in das Stationsteam integriert. Zu den Lernzielen gehört die Beherrschung der psychiatrischen Exploration, Prüfung intellektueller Fähigkeiten bei Demenz und organischem Psychosyndrom, Indikationsstellung der wichtigsten biologischen und psychotherapeutischen Behandlungsverfahren, Umgang mit depressiv Erkrankten, diagnostische Einschätzung von Suizidalität, Umgang mit psychiatrischen Notfällen in der Praxis, Erwerb der Grundkenntnisse im Unterbringungsverfahren nach Psych-KG und Betreuungsrecht, Einführung in die neurologische Untersuchungstechnik sowie Aufbau einer Krankengeschichte unter Berücksichtigung der Biographie, der Psychopathologie, der Diagnostik und der Therapiepläne.  

Letzte Änderung: 26.03.2011

Chefarzt

PD Dr. med U. Meinke

Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie