Wirtschaftsblatt 3/08

Am 3. Juli konnte das Klinikum Niederberg sein 30-jähriges Bestehen feiern. An diesem Tag waren 1978 die ersten Patienten in den kommunalen Neubau eingezogen. Nach schwierigen Jahren konnte das inzwischen als gemeinnützige GmbH geführte Krankenhaus jetzt wieder stabilisiert und auf Wachstumskurs gebracht werden.

Die neuen Geschäftsführer Dr. med. Astrid Gesang und der Ökonom Christian Engler konnten pünktlich zum Jubiläum NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Velbert begrüßen. Sein Fazit: „Das Klinikum ist mit seiner Größe unverzichtbar für die Region.“ Zudem lobte der Minister aus Düsseldorf den eingeschlagenen Konsolidierungskurs und das umfangreiche Modernisierungsprogramm, wofür man auch Fördermittel des Landes braucht. An vielen Stellen in dem weiträumigen Gebäudekomplex, der hoch über dem Rinderbachtal thront, sind die ersten baulichen Umgestaltungen schon deutlich zu erkennen. Im Herbst startet der 1,2 Millionen Euro teure Erweiterungsbau der interdiszipli-nären Notfallambulanz. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro geplant.

Millionenschweres Investitionsprogramm

Der medizinische Ruf des Klinikums war zu jeder Zeit tadellos. Das Haus arbeitet auf höchstem Niveau und ist voll leistungsfähig. In vielen Bereichen ist man geradezu innovativ. Seit April 2008 steht im Klinikum Niederberg etwa eine neue Untersuchungsmethode für den Dickdarm zur Verfügung. Dabei schlucken Patienten eine hochsensible Mikrokamera-kapsel, die digitale Aufnahmen an ein kleines am Körper zu tragendes Gerät überträgt. Die Bilder können auf einen Computer übertragen und sofort befundet werden. Nur wenn sich ein Erkrankungsverdacht ergibt, wird anschließend eine konventionelle Darmspiegelung durchgeführt. Dabei kann der Mediziner den potentiellen Krankheitsherd klarer definieren und schonender untersuchen.

Im vergangenen September wurde hier zudem die Westdeutsche Down-Syndrom-Ambulanz ins Leben gerufen. Kinderärzte, Physio-, Ergo-, Verhaltens- und Sprachtherapeuten sowie die Elternberatung des Down-Syndrom-Arbeitskreises Wuppertal bieten gemeinsame Sprechstunden an, deren Ergebnisse in Form eines schriftlichen Berichtes Grundlage für eine gezielte Förderung der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind. In Deutschland gibt es nur noch in Nürnberg ein ähnliches Angebot, wobei hier nur Kinder bis fünf Jahre angenommen werden. Mehr Informationen zu diesem außergewöhnlichen Projekt findet man unter www.westdeutsche-down-syndrom-ambulanz.de.

Ganz neu eröffnet wurde Anfang August der Hebammengeleitete Kreißsaal. Das Zusatzangebot wendet sich an gesunde Schwangere, die sich eine natürliche Geburt ohne medizinische Eingriffe wünschen. Sollte es notwendig werden, ist ein Arzt aber grundsätzlich verfügbar.

Wissen bündeln

Das Klinikum Niederberg stärkt seine regionale Attraktivität durch die Herausbildung besonderer Schwerpunkten. Die Basis dafür bildet das bereits 2001 zertifizierte Kontinenzzentrum, das sich interdisziplinär der Untersuchung und Behandlung von Harn- und Stuhlinkontinenz verschrieben hat. In Diagnostik und Therapie arbeiten die einzelnen urologischen und frauenheilkundlichen Kliniken sowie die Klinik für Gereatrische Rehabilitation der Kliniken St. Antonius in Wuppertal zusammen. Im vergangenen Jahr wurde außerdem das Darmzentrum ausgerufen. Auch hier finden sich verschiedene Einrichtungen interdisziplinär zusammen. Ein Prostatazentrum befindet sich zurzeit in Gründung.

Für die Eltern der vom Down-Syndrom betroffenen Kinder eine wichtige Adresse: Die Westdeutsche Down-Syndrom-Ambulanz am Klinikum Niederberg
Letzte Änderung: 20.07.2010

Das Klinikum Niederberg verfügt über 519 Betten auf 19 Stationen und in zwei Tageskliniken. Während im vergangenen Jahr 15.800 Menschen stationär behandelt wurden, rechnet man in 2008 mit 17.500. Hinzu kommen über 30.000 Patienten, die pro Jahr in der interdiszi-plinären Notaufnahme ambulant medi-zinisch versorgt werden.