Hüfte und Knie

Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist das in Deutschland am häufigsten ersetzte Gelenk. Dazu tragen zum Beispiel steigende körperliche Belastungen und höhere Lebenserwartung bei. Häufig liegen die Gründe für einen notwendigen Hüftgelenksersatz auch im Übergewicht, das zu frühzeitigem Verschleiß führt.

In der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Niederberg werden zwei verschiedene zementfreie Titan-Systeme für unterschiedliche Indikationen verwendet:

  • Schenkelhalserhaltende Endoprothesen, wenn der Schenkelhals des Oberschenkels erhalten werden kann
  • Schenkelhalsresezierende Verfahren bei älteren Patienten/innen und bei Patienten/innen mit Hüftkopfnekrosen oder weniger tragfähigem Schenkelhalsknochen
  • Als Pfannenkomponente wird zumeist eine Titan Pressfit Pfanne mit einem Polyethylen-Inlay gewählt, wobei als Gleitpaarung dann eine Polyethylen-Keramik zum Tragen kommt

Etwa ab dem siebten Lebensjahrzehnt werden je nach Qualität des zu operierenden Knochens Polyethylen- und Metallkomponenten implantiert, die mittels Knochenzement verankert werden.

Bei komplikationslosem Verlauf können Patienten das Bein bereits 14 Tage nach der Operation voll belasten.

Kniegelenk

Das Kniegelenk bekommt in der Endoprothetik eine immer größere Bedeutung. Durch das rasche Fortschreiten der Produktentwicklung hin zu anatomisch immer ausgereifteren Prothesen mit nahezu natürlichen Bewegungsrichtungen erreicht der Knieersatz der heutigen Zeit die gleichen Implantatstandzeiten wie Hüftendoprothesen.

Notwendig wird eine Knieprothese zum Beispiel bei fortgeschrittenem Verschleiß (Arthrose) mit Ruheschmerz, Bewegungsschmerz und -einschränkung sowie bei ausgeschöpfter nichtoperativer Therapie. Auch durch Polyarthritis (Rheuma), die Bluterkrankheit oder vorangegangene Unfälle kann der Einsatz von Knieprothesen notwendig werden.

Das Klinikum Niederberg bedient sich dabei moderner operativer Verfahren. Die Verwendung von Oberflächenersatzknien, bei denen nur ein minimaler Knochenverlust entsteht, kann in etwa mit einer Art Überkronung, wie bei Zahnkronen, verglichen werden.

Mobile Plattformen sorgen für eine fast natürliche Bewegungsfreiheit des Kniegelenks. Dadurch bleibt eine Drehbewegung im Unterschenkel bei gebeugtem Knie, wie bei einem Gesunden, möglich.

Bei den Operationen kommt modernste Technik zum Einsatz. Oberflächenersatzknie werden mit Hilfe von Computernavigation eingebracht. Diese Methodik ermöglicht ein deutlich präziseres Implantationsergebnis und hilft, Fehllagen zu vermeiden.

Eine andere Möglichkeit des Gelenkersatzes besteht in der Teilendoprothese, bei der nur die Innenseite des Gelenkes überkront wird.

Die letzte Knieprothesenvariante kommt bei weit fortgeschrittenen Kniebinnenschäden mit Verlust der Seitenbandstabilität und bereits erheblicher Bewegungseinschränkung zum Tragen. Die so genannte Scharnierendoprothese ermöglicht heute auch einen geringen Grad an Drehbewegungen. Hier werden beide Metallkomponenten mit Knochenzement verankert.

Nach der Operation ist eine etwa zwölf- bis 14-tägige stationäre Behandlung mit Krankengymnastik und Motorschienentherapie notwendig. Eine Entlassung erfolgt in aller Regel, wenn 90° Beugung und volle Streckung möglich sind. Anschließend wird eine Rehabilitationsbehandlung empfohlen.

Operative Behandlung

In der Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Niederberg können für Sie wohnortnah alle notwendigen Operationen am Bewegungsapparat durchgeführt werden. Dies betrifft alle Unfälle mit Beteiligung des Bewegungsapparates und der Knochen, aber auch den Ersatz von Gelenken, die von Arthrose betroffen sind.

Schwerpunkte sind hierbei der Einsatz von Knie- und Hüftprothesen, aber auch Operationen an den seltener betroffenen Schultern oder Händen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die operative Behandlung Rheumakranker mit Beteiligung sämtlicher Gelenke, sowohl durch gelenkerhaltende wie auch gelenkersetzende Verfahren. Solange eine Möglichkeit besteht, das natürliche Gelenk zu erhalten, kommen die Arthroskopien (Gelenkspiegelungen) zum Einsatz.

Letzte Änderung: 03.01.2013

Chefarzt

Dr. Hans-Gerd Schmitz (Foto: Kistner)

Dr. Hans-Gerd Schmitz
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle orthopädische Chirurgie, Rheumatologie, Chirotherapie, Sportmedizin, Physikalische Therapie

Leitender Orthopäde

Martin Händler
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Chirotherapie

Leitender Unfallchirurg

Wolfgang Malß
Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie

Oberarzt

Dr. Klaus Freudewald
Facharzt für Chirurgie

Oberarzt

Frank Nippes
Facharzt für Chirurgie, Facharzt für Unfallchirurgie und spezielle Unfallchirurgie, Spezialisierung Verletzungen der Hand

Sekretariat

Claudia Höcker

Telefon 02051 982-2005

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