Klinikum Niederberg Themen-/Recherchetipp:

Geburten in Beckenendlage

Darstellung eines ungeborenen Kindes mit Hilfe der Doppler-Sonografie. (Foto: Klinikum)

Durchschnittlich kommen in Deutschland etwa ein Drittel der Babys per Kaiserschnitt zur Welt. Doch die operative Methode der Geburt, die durch prominente Vorbilder fast schon eine Modeerscheinung ist, sollte alles andere als die erste Wahl sein.

Natürlich werden auch am Klinikum Niederberg Kaiserschnitte durchgeführt, mit etwas mehr als 30 Prozent liegen sie ungefähr auf dem gesamtdeutschen Niveau. Doch ein Kaiserschnitt ist mit allgemeinen Operationsrisiken verbunden.

Am Klinikum Niederberg hat man daher verschiedenste Möglichkeiten der normalen Geburt im Angebot, allen voran den Hebammengeleiteten Kreißsaal. Hier sind eine gesunde Mutter und ein komplikationsfreier Schwangerschaftsverlauf Grundvoraussetzungen.

Doch auch für Geburten unter schwierigeren Voraussetzungen ist nicht immer zwingend ein Kaiserschnitt notwendig. Anders als noch vor wenigen Jahren muss zum Beispiel auch ein in Beckenendlage liegendes Ungeborenes nicht unbedingt durch eine Operation das Licht der Welt erblicken. Die Risiken für die Schwangere sind hier bei einem Kaiserschnitt und einer vaginalen Entbindung vergleichbar hoch. Letztere ist nach sorgfältiger Voruntersuchung bei vielen werdenden Müttern ohne erhöhtes Risiko sehr wohl möglich.

Das Klinikum Niederberg bietet viele Möglichkeiten, die Geburt auf natürlichem Wege zu erleben. (Foto: Andreas Fischer)

Das Risiko minimieren

Seit 2008 ist in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Niederberg eine alternative Methode der Beckenendlage-Entbindung auf natürlichem Wege etabliert.  Hierbei begibt sich die Gebärende in den Vierfüßlerstand. Dies ermöglicht dem Kind, sich selbst unter Ausnutzung der Schwerkraft in die optimale Geburtsposition zu drehen. Unterstützende Einwirkungen von Arzt oder Hebamme sind so in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Eine vaginale Beckenendlage-Entbindung ist ab der 32. Schwangerschaftswoche und einem Gewicht von 2000 Gramm möglich. Voraussetzung dafür  ist die Vorstellung in der Sprechstunde zur Planung der Geburt spätestens in der 36. Schwangerschaftswoche. Neben der Ermittlung des kindlichen Gewichtes mittels Ultraschall erfolgt die Überprüfung der Beckenmaße durch Magnetresonanztomografie (MRT). Eine sogenannte Moxibutionstherapie, bei der das Kind durch eine Art „Zigarre“ zur Wendung stimuliert werden kann, wird von vielen Hebammen angeboten und ist in der 33./34. Schwangerschaftswoche einen Versuch wert.

Als Alternative zur vaginalen Entbindung wird der primäre Kaiserschnitt angeboten. Nach der Untersuchung wird einvernehmlich mit den werdenden Eltern der Geburtsmodus festgelegt.

Anmeldung zur Sprechstunde: 02051 982-1701

Dieser Recherchetipp vom Klinikum Niederberg soll Ihnen als Journalisten und Blattmacher Anregungen für Gesundheits- bzw. Medizinthemen geben. Als Spezialisten zum aktuellen Tipp stehen Ihnen

Dr. med. Gerd Degoutrie, Chefarzt
Dr. med. Gabriele van Aalst, Oberärztin

zur Verfügung. Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit vermittelt gerne einen Termin für Sie.

Letzte Änderung: 04.02.2013