Gespräche für die Seele

Für die Patienten am Klinikum Niederberg sind ehrenamtliche Seelsorger wichtige und geduldige Ansprechpartner. Noch in diesem Jahr beginnt ein neuer Kurs, der Interessierte für diese Aufgabe befähigt.
„Heutzutage finden Menschen kaum noch Zeit für ausführliche Gespräche. Gerade im Krankenhaus ist das ein Manko, weil die Patienten oft einen hohen Bedarf haben, sich auszutauschen“, sagt Heidemarie Kleyboldt-Stolte, die seit zehn Jahren zum kleinen Team der ehrenamtlichen Seelsorgerinnen am Klinikum Niederberg gehört. „Ich finde es toll, dass es dieses qualifiziert begleitete Angebot am Klinikum gibt.“ Sie zählte vor zehn Jahren zu den neun Personen, die von der evangelischen Seelsorge für die Aufgabe der Patientenbegleitung ausgebildet wurde. „Ich war schon einige Jahre in der Krankenhilfe tätig, es gab damals aber keine professionelle Betreuung. Da kam die Fortbildung für mich quasi wie gerufen.“ Etwas anders war das bei ihrer Kollegin Ingeborg Deckert. Sie war halbtags berufstätig, die Kinder waren gerade aus dem Haus und sie suchte nach einer sinnvollen Aufgabe. „Außerdem hatte ich damals Probleme mit meinem Glauben, wollte mich wieder intensiver damit auseinander setzen. Für mich war das auch eine Art kleines Abenteuer. Es war gut, diesen Weg mit Unterstützung gehen zu können.“ Ihr Leben sei durch die ehrenamtliche Tätigkeit und das begleitende Angebot reicher geworden.
Die ehrenamtlichen Seelsorgerinnen besuchen ein Mal pro Woche die ihnen zugeteilten Stationen. Dort gehen sie auf die Patienten zu, bieten Ihnen das Gespräch an. „Wir reden über alltägliche Dinge, aber natürlich auch über die Krankheiten, familiäre Situationen oder Trauer“, sagt Deckert. „Wir öffnen Augen, Ohren und Herz und sind sensibel für die Situation des Patienten im Moment des Aufeinandertreffens.“ Und Kleyboldt-Stolte ergänzt: „Manchmal stoße ich Gespräche über Glauben und Religion auch von mir aus an, wenn ich es für angebracht halte. Viele gehen dann darauf ein, aber wenn sie es nicht wollen, ist das auch in Ordnung.“
Natürlich geht es in der Seelsorge darum, auch über Gott und nicht nur die Welt zu reden. „Wir wollen aber niemanden unseren Glauben überstülpen“, gibt Pfarrerin Karin Anhuef-Natrop zu verstehen. „Wir wollen die Patienten begleiten in dem, was sie brauchen und auch in Glaubensfragen dort anknüpfen, wo sie stehen. Dabei geht es auch nicht darum, welcher Religion oder Konfession sie angehören.“ Zumal es in den meisten Fällen nur zu diesem einen Kontakt kommt, in der Woche darauf sind die meisten Patienten schon wieder entlassen. Die Verkürzung der Liegezeiten ist mit ein Grund, warum die hauptamtlichen Kräfte Unterstützung durch Ehrenamtler gesucht haben und jetzt wieder suchen. Als Gegenleistung gibt es mit dem Befähigungskurs, der monatlichen Supervision und Fortbildungsangeboten ein ganzes Paket für die persönliche Weiterentwicklung. Die ehrenamtlichen Seelsorger lernen den Umgang mit Krankheit, Trauer und Tod, Grundlagen zur Gesprächsführung und sehr viel über sich selbst. Das ist auch der Grund für Heidemarie Kleyboldt-Stolte, warum sie bis heute dabei geblieben ist. „Ich finde es hochinteressant, fremde Menschen kennenzulernen. Nach den Gesprächen bedanke ich mich oft, weil ich selbst sehr stark davon profitiere.“ Der Dank kommt aber auch zurück. Denn viele Patienten begrüßen es, wenn sich jemand Zeit nimmt für sie und ihre Probleme – fernab der medizinischen und pflegerischen Fragestellungen.
Alle Menschen, die Interesse haben, sich in der Begleitung von Kranken einzusetzen, christliche Nächstenliebe als Wesens- und Lebensäußerung der Kirche anerkennen und sich persönlich weiterentwickeln wollen, können sich mit Pfarrerin Karin Anhuef-Natrop (02051 982-3011) oder Pfarrerin Dorothea Matzey-Striewski (02051 982-3008) in Verbindung setzen.
Die mögliche seelsorgerische Arbeit beginnt mit einem Befähigungskurs im Herbst, danach folgen regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen.
Katholischer Gottesdienst:
Sonntags und feiertags um 9.30 Uhr Eucharistiefeier im Andachtsraum (6. Etage).
Evangelischer Gottesdienst:
Freitags um 19.00 Uhr Gottesdienst im Andachtsraum (6. Etage).
Katholische Seelsorge:
Pfarrer. Peter Jansen
Tel.: 02051 982-3007
Raum 6010
Gemeindereferentin Claudia Kalhoff – de Lagos
Tel.: 02051 982-3005
Raum: 6008
Funk der Seelsorge innerhalb der Klinik: 023
Evangelische Seelsorge:
Pfarrerin Karin Anhuef-Natrop
Tel.: 02051 982-3011
Raum: 2013
Pfarrerin Dorothea Matzey-Striewski
Tel.: 02051 982-3008
Raum: 6016

