Entstehungsgeschichte

Im Sommer 2006 wurde auf Initiative von Frau Verena Müller, die selbst Mutter eines Down-Syndrom Kindes ist, der Gedanke einer Down-Syndrom Ambulanz ím Klinikum-Niederberg geboren. Aus eigener leidvoller Erfahrung wusste sie, wie viele andere Betroffene auch, dass die bestehenden Angebote für Menschen mit Down-Syndrom nicht ausreichten, da jeder Arzt und Therapeut die Kinder nur in seinen speziellen Bereich sieht und beurteilt. Sie hatte von einem Projekt in den Niederlanden gehört, das betroffenen Eltern helfen soll, die besten Förder- und ggf. Behandlungsmöglichkeiten für ihre Kinder zu bekommen. Dort gab es bereits seit einigen Jahren Anlaufstellen in Form einer Ambulanz, in der Therapeuten unterschiedlichster Fachrichtungen zusammenarbeiteten, um Kindern mit Down-Syndrom zu helfen. Sie war so begeistert von diesem Projekt, dass sie die Verantwortlichen im Klinikum Niederberg bat, dieses doch auch für Velbert zu prüfen. Sie organisierte Treffen von Ärzten aus Velbert mit Mitarbeitern des Deutschen Down-Sndrom Infocenter aus Nürnberg, die sich dann gemeinsam eine Einrichtung in Holland anschauten. Nach diesem positiven Besuch in Holland wurde beschlossen, dass sich das Klinikum nach Partnern umsehen würde, um auch in Velbert eine Down-Syndrom-Ambulanz einzurichten.
Heute können wir auf einen erfolgreichen Start im September 2007 und auf erfolgreiche zwei Jahre Arbeit in dieser Einrichtung zurückblicken. Regelmäßig jeweils am ersten Mittwoch im Monat bietet das Klinikum Niederberg gemeinsam mit einem interdisziplinären Team eine individuelle Elternberatung an.
Die DS-Ambulanz in Velbert betreut ein breites Altersspectrum. Die Angebotspalette reicht von der Untersuchung von Säuglingen bis zur Beratung, Untersuchung und Behandlung von jungen Erwachsenen. Inzwischen wurden auch Kinder aus anderen europäischen Ländern in unserer Ambulanz vorgestellt. Die Eltern hatten über Internetforen von der Westdeutschen Down-Syndrom-Ambulanz am Klinikum Niederberg erfahre
Ermöglicht wird die Sprechstunde durch ein Netzwerk aktiver Eltern, den Kinderärzten am Klinikum Niederberg, einer Kieferorthopädin, Sprach- Physio- und Ergotherapeuten, einer Heilpädagogin sowie aktiven Eltern in der Elternberatung.
Kinderarzt und Kieferorthopädin untersuchen die Kinder und Jugendlichen hinsichtlich der allgemeinen körperlichen Entwicklung, hinsichtlich DS-spezifischer Funktionsstörungen vor allem des Magen- und Darmtraktes und des Hormonhaushaltes. Die Untersuchung beinhaltet auch einen Immunsystemcheck sowie eine kieferorthopädische Diagnostik.

Neben Tipps zur Förderung der motorischen Entwicklung bieten Physiotherapeuten und Sprachheiltherapeuten/Logopäden Unterstützung in folgenden Themenfeldern an:
Im Bereich ‚Säuglinge’ erhalten Eltern vor allem Fütter- und Gedeihberatung, Tipps zu Handling und Lagerung, neuromotorische Entwicklungsdiagnostik, Therapie nach Bobath und Castillo Morales. Die Kleinkinderberatung umfasst neben diesen Themen auch Anbahnung und Anleitung der Sprachentwicklung, Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK), das ‚Kleine Schritte Programm’ und Tipps zur unterstützten Kommunikation. Eltern von Kindern und Jugendlichen erhalten in der DS-Ambulanz unter anderem Beratung bei Pubertätsschwierigkeiten, Beratung zur schulischen Laufbahn und berufliche Hilfe.
Schwerpunkt der Ergotherapeutin in der Down Ambulanz:
- Wahrnehmung ( v.a. Gleichgewicht, Berührungsempfinden, Tiefensensibilität)
- Feinmotorik/ Fingerfertigkeit
- Visuo- Motorik
- Koordination
- Alltagsfähigkeiten (u.a. Spielfähigkeit, Selbstversorgung/ Selbsthilfefähigkeiten, Häusliche Fähigkeiten)
In welchem Bereich können Stärken des Kindes weiter gefördert werden?
Wo besteht Förderbedarf durch die Eltern oder durch Ergotherapeuten?
Welche Hilfsmittel können den Alltag des Kindes erleichtern?
Der Verbund der beteiligten Einzeldisziplinen ermöglicht eine genaue Erhebung des individuellen Entwicklungsstandes des Kindes und Jugendlichen. Klinikumsarzt Dr. Schubert fasst die Ergebnisse der Einzeluntersuchungen zusammen. Diese werden den Eltern persönlich und durch einen schriftlichen Bericht mitgeteilt. Der Bericht erreicht auch den jeweiligen behandelnden Kinder- oder Hausarzt und bietet ihm und den Eltern eine wesentliche Unterstützung.
Chefarzt

Dr. med. Erdmuth Schubert
Facharzt für Pädiatrie
Aktuelles:
Flexicare 50+
Das Klinikum Niederberg ist Teilnehmer des Projektes Flexicare 50+, das neue Qualifizierungswege (E-Learning) für erfahrene Fachkräfte in der Pflege entwickelt und testet.

