S3-Leitlinien
Leitlinien sind systematisch entwickelte Darstellungen und Empfehlungen mit dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über angemessene Maßnahmen der Krankenversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) unter spezifischen medizinischen Umständen zu unterstützen. Leitlinien werden in 3 Stufen unterteilt: S3 ist die höchste Stufe, d.h. es gehen Expertenmeinung und systematisch in Studien gewonnene Erkenntnisse in die Erarbeitung mit ein. Aktuell bestehen 678 Leitlinien, davon 53 S3-Leitlinien.
Leitlinien geben den Stand des Wissens (Ergebnisse von Kontrollierten Klinischen Studien und Wissen von Experten) über effektive und angemessene Krankenversorgung zum Zeitpunkt der "Drucklegung" wieder. In Anbetracht der unausbleiblichen Fortschritte wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Technik müssen periodische Überarbeitungen, Erneuerungen und Korrekturen unternommen werden.
Schnellender Finger (Schnappfinger)
Degenerativer Prozess im Bereich der Beugesehne der Finger. Durch Verdickung der Beugesehne unter dem quer verlaufenden Ringbandes kann der Finger nur durch Gegendruck wieder gestreckt werden. Der Finger schnappt. Bei starken Schmerzen bzw. Funktionsbeeinträchtigung kann die operative Ringbandspaltung in Erwägung gezogen werden.
Sigma
Sigma (Colon sigmoideum): Dickdarmabschnitt, auch Krummdarm. Die Verbindung zwischen Grimm- und Mastdarm, im linken Unterbauch gelegen.
Sklerosierung
Einbringen von Verödungsmitteln zum Verschließen von Gefäßen durch starke entzündliche Reaktion des Gewebes.
Sonographie
Untersuchung (hier von Menschen) mit Ultraschall, welcher in den Körper eindringt und reflektiert (zurückgeworfen) wird. Die zurückkommenden Schallwellen werden im Ultraschallgerät analysiert und zu Bildern zusammengesetzt, die eine Darstellung von Organen erlauben.
Die Sonographie ist eine sichere und nebenwirkungsfreie Untersuchung, die auch bei Schwangerschaften eingesetzt werden kann.
Spinalanästhesie
Bei der Spinalanästhesie wird mit einer dünnen Nadel durch die Haut am Rücken ein örtliches Betäubungsmittel im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule in die Nähe des Rückenmarks gespritzt, das die vom Rückenmark ausgehenden Nerven vorübergehend betäubt, was zu einer Gefühllosigkeit in der unteren Körperhälfte führt, so dass Operationen unterhalb des Bauchnabels durchgeführt werden können, ohne dass der Patient etwas spürt.
Dieses Narkoseverfahren ist sehr gut geeignet für alle Operationen an den Beinen (Entfernen von Krampfadern, Operationen an Knochen und Gelenken), aber auch Kaiserschnittentbindungen werden zu über 90% in dieser Technik durchgeführt.
Spinalkanalstenose
Die spinale Stenose beinhaltet eine Verengung des Wirbelkanals, die meist im Bereich der Lendenwirbelsäule vorkommt. Typisches klinisches Bild ist das Symptom der sog. „Claudicatio spinalis“. Dabei kommt es nach kurzer Gehstrecke zu ziehenden Schmerzen an Vorder- oder Rückseite der Beine, die sich nach dem Hinsetzen oder Vornüberbeugen durch die relative Erweiterung des Spinalkanals bessern. Es auch bei zunehmender Gehstrecke zu lahmen Beinen führen. Die Patienten sagen: Jede Bank ist meine.
Stenose
Engstelle, z.B. im Bereich von Arterien, dadurch wird die Schaufensterkrankheit bedingt. Auch im Magen-Dram-Bereich kann es zu Stenosen aufgrund eines bösartigen Tumors oder als Folge von Entzündungen kommen.
Stent
Seit Anfang der 80. Jahre werden zunehmend Gefäßstützen (Stents) in der Behandlung der Herz- und Gefäßleiden eingesetzt. Dabei handelt es sich um Röhren aus Metall, die geflochten, gewoben oder aus einem Rohr mittels Laser geschnitten werden. Aber auch Stents aus Kunststoffen oder resorbierbare Materialien werden eingesetzt. Die heutzutage gängigen Stents sind aus medizinischem Edelstahl oder Nickel-Titan- oder Cobalt-Legierungen. Je nach Material sind die Stents biegsam und flexibel oder steif mit hoher Radialkraft. Üblicherweise sind die Stents in aufwendigen Verfahren elektropoliert und elektroneutral. Hierdurch reduziert sich die Reaktion des Körpers auf den "Fremdkörper" im Gefäß.
Man kann zwei Stenttypen unterscheiden:
Ballonexpandierbare StentsDiese Stents sind meistens aus Edelstahl und sind auf einem Dilatationsballon aufgebracht. Wird dieser im Gefäß aufgedehnt dann entfaltet sich der Stent automatisch mit. Beim Zusammenfalten des Ballons behält der Stent seine Form und verbleibt so im Gefäß. Dieser Stenttyp ist meist etwas rigider und hat höhere Radialkraft, was ihn insbesondere bei wenig geschlängelten aber verkalkten Läsionen zum Einsatz bringt.
Selbstexpandierbare StentsStents mit einem Formgedächtnis. Dabei werden sie auf ein Trägersystem gebracht und können durch Zurückziehen einer Membran langsam freigesetzt werden. Dabei versuchen sie sofort ihre eigentliche Größe anzunehmen und legen sich so der Gefäßwand an. Diese Stents verfügen über eine hohe Flexibilität bei etwas reduzierter Radialkraft. Durch seine Selbstexpansionskraft ist er neben geschlängelten Gefäßen besonders für Gefäßregionen geeignet die von außen komprimiert werden könnten (z.B.Halsschlagadern, unterer Oberschenkel)
Primäre Indikationen sind:
Beckengefäßverschlüsse
Halsschlagaderengen
Aortanahe Nierenschlagaderengen
Massive Gefäßverkalkungen
Sekundäre Indikationen sind:
Unzureichendes Ballondilatationsergebnis (bei Enge > 30% oder erhöhtem Druckgradient im Gefäß)
erhöhte Gefäßspannung (recoil)
Gefäßeinrisse (Dissektionen)
Restenose
Nach etwa 6-8 Wochen ist der Stent im Gefäß eingewachen, d.h. es hat sich eine neue Gefäßinnenwand (Intima) über die Stentstreben gebildet. Um dieses Einwachsen zu unterstützen sollte neben der Dauermedikation von 100 mg Acetylsalizylsäure (Aspirin)/Tag eine begleitende Medikation über 6 Wochen mit 75 mg Clopidogrel/Tag erfolgen. Hierdurch läßt sich sowohl die Thomboserate, als auchdie Restenoserate reduzieren.
Stoma
Die chirurgisch hergestellte Öffnung eines Hohlorgans zur Körperoberfläche, z.B.
des Darms („Künstlicher Darmausgang“), Enterostoma
zur Ausleitung des Urins, Urostoma
der Luftröhre, Tracheostoma
Study Nurse
Es handelt sich um eine Berufsbezeichnung, die in Deutschland nicht geschützt ist und für die es keine allgemein anerkannte Ausbildung gibt. Study Nurses sind Experten, die zumeist aus dem Bereich von weiterqualifizierten Krankenschwestern/pflegern, Arzthelferinnen und medizinisch technischen Assistenten kommen, und die im Umgang mit nationalen und internationalen Regularien und Gepflogenheiten des klinischen Prüfungsalltages vertraut sind und den Prüfarzt in der fachgerechten und qualitativ hochwertigen Durchführung klinischer Studien am Menschen am Ort der klinischen Prüfung zur Seite stehen.
Die Study Nurse ist im Prüfungszentrum, gemeinsam mit dem Prüfarzt, für die reibungslose Durchführung von Studien zuständig. Rekrutieren, Registrieren und die unterstützende Aufklärung von Patienten, sowie deren Betreuung während der Studie und in der Nachsorge gehört ebenso zum Tätigkeitsfeld, wie die Organisation und Koordination von Diagnostik, Labor, Probenversand und Prüfmedikation.
Einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt bildet die Erhebung und die Dokumentation aller studienrelevanten Daten. Hier arbeitet der/die Studienassistent/-in eng mit dem Prüfarzt und dem Monitor zusammen. Die Vorbereitung und Begleitung von Audits und Behördeninspektionen durch den/die Studienassistent/-in ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die zur Qualitätssicherung der Studie und des Prüfzentrums beiträgt.
Synovektomie
Offene oder arthroskopische Abtragung der Gelenkschleimhaut (Synovialis). Besonders bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und aktivierten Arthrosen eingesetztes Verfahren zur Schmerzreduktion und Vorbeugung der Gelenkzerstörung.