Der Magenkrebs

Beim Magenkrebs handelt es sich um eine bösartige Erkrankung des Magens – dem sogenannten Magen-Karzinom. Dieser Tumor gehört in Deutschland zu den „TOP 6“ der bösartigen Tumoren und hat mit rund 19.000 Neuerkrankungen pro Jahr einen besonders hohen Stellenwert. Der Großteil dieser bösartigen Tumore tritt erst ab einem Alter zwischen 60 und 80 Jahren auf, tückischerweise aber auch bei einigen jungen Patienten.

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Wie entsteht Magenkrebs?

Es gibt einige verschiedene Ursachen, die für die Entstehung des Magentumors verantwortlich sein können. Zu den anerkannten Risikofaktoren, an diesem Tumor zu erkranken, zählen:

  1. Ernährungsgewohnheiten: Der übermäßige Genuss von Alkohol und Nikotin, die beide zu chronischer Magenentzündung und Geschwürbildung führen können, sind besonders schädlich; aber auch stark gewürztes oder gesalzenes Fleisch.
  2. Eine Bakterienbesiedlung mit Helicobacter Pylori führt zum Anstieg eines Entzündungseiweißes, das wiederum normale Magenzellen zu Krebszellen werden lässt (Mutation).
  3. Es gibt spezielle, seltene Magenerkrankungen wie den Riesenfaltenmagen oder die chronische atrophe Magenschleimhautentzündung, die zu einer Entartung führen können.
  4. Familiäre, genetische Faktoren können eine Rolle spielen.

Welche Beschwerden macht Magenkrebs?

Leider besteht eine bösartige Magenerkrankung lange Zeit ohne Symptome. Die ersten Beschwerden sind nur uncharakteristisch und führen in der Regel lediglich zu Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und im weiteren Verlauf dann auch zu Gewichtsverlust und Blutarmut. Später kann es zu schwarzem Stuhl oder auch Bluterbrechen kommen. Wie bei jeder Tumorerkrankung können allgemeine Beschwerden wie Leistungsminderung oder Müdigkeit hinzukommen. Keines dieser Symptome ist jedoch ein Beweis für das Vorliegen eines Magenkarzinoms, sondern lediglich als Warnsymptom zu verstehen.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?

Der früh diagnostizierte Magenkrebs hat sehr gute Behandlungsergebnisse. Daher ist die wichtigste Untersuchung die rechtzeitige Magenspiegelung. Diese wird bei einigen niedergelassenen Ärzten und bei uns im Klinikum Niederberg durch den Gastroenterologen (Internisten) durchgeführt. In einer harmlosen Untersuchung  unter leichter Betäubung kann man endoskopisch den gesamten Magen anschauen und eventuelle Entzündungen, Geschwüre oder Tumoren rasch und risikofrei erkennen. Eine Probeentnahme zur Gewebeuntersuchung ist dabei völlig schmerzlos möglich. In den allermeisten Fällen kann bei dieser Spiegelung glücklicherweise ein Tumor ausgeschlossen werden. Eine medikamentöse Therapie bei Entzündungen führt dann zu einer schnellen Besserung.

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Was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten beim Magenkrebs?

Sollte es jedoch zur Bestätigung der Diagnose eines bösartigen Tumors kommen, wäre zunächst eine genaue Standortbestimmung der Tumorausbreitung notwendig. Dazu werden Computertomographie, Röntgenaufnahmen Blut- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt und die Lymphknoten im Vorfeld angeschaut (Staging). Abhängig von den Ergebnissen dieser Untersuchungen wird dann in einer gemeinsamen Tumorkonferenz entschieden, ob eine primäre Operation oder zunächst eine Verkleinerung des Tumors durch zum Beispiel eine Chemotherapie möglich ist.

Bei der Operation geht es darum, den Tumor vollständig mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand zu entfernen. Eventuell nicht sichtbare Tumorzellen im umliegenden Gewebe (zum Beispiel Lymphknoten) werden mit entfernt. Dabei hat die Lebensqualität des Patienten die größte Priorität für uns. Dazu kommen in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Niederberg modernste OP-Methoden wie minimal-invasive Techniken, Ultraschall-Skalpell (blutarme OP mit Verschweißung von Blutgefäßen) und der Einsatz von Klammernahtgeräten zum Tragen. Komplikationen bei solchen Eingriffen können heutzutage bei spezialisierten Kliniken auf ein Minimum beschränkt werden. Je nach Operationsausmaß ist die Einschränkung für den Patienten im späteren Leben kaum merkbar. Teilweise müssen lediglich Vitamine regelmäßig zugeführt und Nachsorgeuntersuchungen zur Kontrolle eingeleitet werden. In der Anfangsphase allerdings muss sich der Patient kurzzeitig an den Rest- oder Ersatzmagen gewöhnen.

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Was kann ich tun?

Sollten Sie zu den Menschen gehören, die häufig Beschwerden im Oberbauch haben oder erkennen Sie einige der oben genannten Symptome wieder, dann ist es ratsam, mit Ihrem Hausarzt gemeinsam eine Magenspiegelung und weitere Untersuchungen zu beschließen. Gerne dürfen Sie unsere Ärzte am Klinikum Niederberg als Ansprechpartner bei Bauchbeschwerden sehen und eine unverbindliche Beratung im Vorfeld nutzen. Glücklicherweise kann in den allermeisten Fällen ein Magenkrebs ausgeschlossen werden. Sollte es aber dennoch zu dieser Diagnose kommen, steht Ihnen in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie ein ausgedehntes und modernes Therapiekonzept zur Verfügung.

Wenn Sie Ihrem Magen etwas Gutes tun möchten, stellen Sie frühzeitig auf gesündere Lebensgewohnheiten um: Meiden Sie übermäßigen Nikotin- und Alkhohlgenus und reduzieren Sie gepökeltes oder scharfgewürztes Fleisch zugunsten von Obst- und Gemüseaufnahme. Sollte es bei Ihnen zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung mit entsprechendem Bakterienbesatz (Helikobakter) gekommen sein, so ist hier eine Tablettenkur notwendig.

 

Das Klinikum Niederberg spezialisiert sich auf Tumorerkrankungen im Bauchraum, wobei in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) sämtliche operativen Maßnahmen durchgeführt werden. Ein interdisziplinäres Darmzentrum ist mit Chefarzt Dr. Fritz Köstermann (Klinik II für Innere Medizin, Gastroenterologie und Palliativmedizin) fest etabliert. Die enge Kooperation mit Onkologen und Strahlentherapeuten garantiert kurze Wege für den Patienten sowie Transparenz und Offenheit in der gesamten Behandlung. Beim Schwerpunkt der Minimal-Invasiven-Chirurgie werden Zwerchfellbrüche bei Sodbrennen schonend operiert. Ein Enddarmzentrum (Proktologie) rundet das Angebot der Magen-Darm-Erkrankungen ab.

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen - es gibt daher keinen Grund, Angst zu haben.

Letzte Änderung: 05.02.2013

Chefarzt

Dr. med. Thomas Ehmann

Facharzt für Allgemeinchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie Coloproctology (EBSQ)

Leitender Oberarzt

Dr. med. Gerd Blanke
Facharzt für Chirurgie
und Viszeralchirurgie

Oberarzt

Dr. med. Jörg Barkus
Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie

Sekretariat

Kornelia Fachin
Tel. 02051 982-2001